Nun ist es ja so, dass der Hype um Filz als solches nichts Neues ist. Eine Zeit lang konnte man sich ja fast nicht mehr retten vor Filzuntersetzern, Filztaschen in allen Farben und Größen und kleinem Schnickschnack aus handgefilzten Blüten… Das hat sich gottseidank wieder etwas gelegt. Die Produkte, die diese Tsunamiwelle an Filzkreationen überstanden haben, überzeugen daher umso mehr! Übrig geblieben ist Filz als edler Werkstoff: faszinierend vielseitig einsetzbar und ein absoluter Klassiker. Das beweisen die drei Designerinnen, die ich euch heute vorstellen möchte.
1.* MEIKE BÖHME aus Potsdam: Vielen sind ihre Entwürfe längst bekannt, weil ihre kalte Füße bereits von Meike´s Puschn umschmeichelt werden. Der Firmenname ist Programm. Ollen Hausschuhen wurde vor mehr als 5 Jahren mit der ersten Kollektion an “Puschn” der Kampf angesagt. Und das sehr erfolgreich. Das Sortiment wächst stetig, jedes Jahr kommen neue Modelle und Farben hinzu. Der Puschn der ersten Stunde, der “Berliner” wurde sogar bereits für sein Design prämiert. Sein Name ist eine Hommage an die Herkunft des Puschn: Meike entwirft in Berlin und Potsdam und lässt die Puschn in kleinen ostdeutschen Familienbetrieben anfertigen. “Puschn – made in Germany” eben!

2.* MIA CULLIN aus Stockholm: Mia´s Entwürfe sind poetisch. Die Interiordesignerin hat wahrlich ein Händchen, Räume in weiche fließende Formen zu verwandeln. Sie experimentiert gerne mit Formen und Handwerkstechniken. Die Ergebnisse sind daher oftmals nicht nur ästhetisch, sondern auch sehr raffiniert. Ein Beispiel: Im Moment ist “Loop” leider noch ein Prototyp: die schmalen Filzstreifen, die wie überlebensgroße Gräser von der Decke hängen, bilden einen saftiggrünen Raumteiler. Hier kommt sicher keiner mehr auf die Idee, Filz mit “bieder” oder “ewig oft schon gesehen” in Verbindung zu bringen..

3.* RONEL JORDAAN aus Johannesburg: erst kamen Kiesel, viele kleine graue Kiesel – vor etwa einem halben Jahr, als Neuzugang ins Sortiment bei mir im Laden. Und bevor ich mich versehen konnte, war ich ihrem Bann erlegen! Im September habe ich Ronél nun persönlich kennengelernt und sie sofort in mein Herz geschlossen! Den Feinsinn, den sie beim Umgang mit Materialien beweist, strahlt sie als Mensch zu 100 Prozent aus. Hinter ihrer Arbeit steckt sehr viel mehr als nur Gestaltung: seit beinahe drei Jahrzehnten ist sie nun schon als Textildesignerin tätig. Ihre größte Inspiration zieht sie aus der Natur. So entstanden vor einigen Jahren die ersten großformatigen handgefilzten Steine, die als Raumobjekt, Sitzgelegenheit oder Kissen verwendet werden können. Jeder Stein ein Unikat, täuschend echt in der Erscheinung. Ronél setzt auf Nachhaltigkeit. Sie fördert das traditionelle Kunsthandwerk in Südafrika und arbeitet in Form eines Sozialprojekts mit einer Gruppe von Frauen und Straßenkids zusammen. Aus Überzeugung. Mit überzeugendem Erfolg.

Mein Fazit: Trends kommen und gehen. Aber Filz bleibt ganz klar mein Favorit!